Kamin-, Kachel- oder Pelletofen?
Heute ist eine kostengünstige und effiziente Heizung mehr denn je das A und O einer verantwortungsvollen Hausplanung. Bei steigenden Kosten und immer geringerer Verfügbarkeit der fossilen Energieträger Öl, Kohle und Gas liegt es nahe, sich auf nachwachsende Energieträger wie Holz oder Pflanzenfasern zu konzentrieren.
Dabei geraten neben den modernen Pelletöfen immer mehr die alten Kachel- und Kaminöfen ins Blickfeld, da man sie durch moderne Einbauten zu energetisch interessanten Hausheizungen aufrüsten kann. Als großer Vorteil der Pelletöfen wurde von Anfang deren Ähnlichkeit mit den bekannten und beliebten Ölheizungen angesehen. Deren Aufbau bestand in der Regel in einer automatischen Zuführung des Brennstoffs sowie einem angeschlossenen Wasserkreislauf, der sowohl der Warmwasserversorgung als auch der Erwärmung der Raumluft diente.
Verfügt man als Grundvoraussetzung über eine günstige Holz- beziehungsweise Pelletquelle, dann resultierten in mehreren Tests Pelletöfen mit einem kombinierten Wasserkreislauf als eines der effizientesten Heizsysteme überhaupt. Die gemessenen Abgaswerte sind bei ihnen im Vergleich zu allen anderen Systemen am günstigsten. Werden sie darüber hinaus noch mit einer Solaranlage verbunden, ist diese Lösung technisch und unter dem Umweltgesichtspunkt kaum noch zu toppen. Wird ein solches Heizsystem von Anfang an in die Hausplanung einbezogen, dann liegt es auch preislich im Rahmen der üblichen Lösungen. Moderne Pelletöfen ohne Wasseranschluss kosten um 3500 Euros und können mit dem vorgesehenen Tankvolumen von bis zu dreißig Kilogramm Heizmaterial bei einer Heizleistung von neun Kilowatt zirka fünfzig Stunden betrieben werden.
Sie heizen in der Regel nur den Raum, in dem sie stehen. Auf Wunsch kann man den Ofen über eine Fernsteuerung an- und ausschalten. Mit Wasser führenden Pelletöfen in der Preisklasse über fünftausend Euros können auch mehrere Räume beheizt werden. In Verbindung mit einer Solaranlage sind solche Heizungen imstande, ein komplettes Einfamilienhaus mit Wärme zu versorgen. Sie sind in ihren Eigenschaften den herkömmlichen Heizungen mit Öl vergleichbar: Es existiert eine Anzeige für den Pelletverbrauch, eine automatische Zündung, eine Steuerung über Raumthermostaten sowie Leistungsvorwahl am Gerät.
In der Vergangenheit haben Kachelöfen dank ihres ausgezeichneten Wärmespeichervolumens eine große Rolle für die Beheizung von Wohnräumen mit Holz als Brennmaterial gespielt. Dazu wurde der Feuerungsraum mit Schamottsteinen ausgekleidet. Schon im 18. Jahrhundert haben technische Verbesserungen zur Entwicklung von Zügen mit Schornsteinanschluss sowie zur Nutzung von Rost und Aschekasten geführt und so die Effizienz dieses Typs deutlich erhöht.
Obwohl die offenen oder eingebauten, mit Sichtfenster versehenen Kamine wegen ihrer schlechten Abgaswerte etwas in Verruf geraten sind, stellen sie doch für viele den Inbegriff des heimeligen Wärmelieferanten in kalten Winternächten dar. Durch die Sichtscheibe in der Front des Kamins kann man den lodernden Flammen zusehen und bei einem guten Glas Rotwein die Gedanken schweifen lassen oder angeregte Diskussionen führen. Die Wärme beschränkt sich nur auf die unmittelbare Umgebung des Kamins, Heizkosten kann man hiermit definitiv nicht sparen.
